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Pio von Pietrelcina
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Pio von Pietrelcina, bekannter als Pater Pio (italienisch Padre Pio; * 25. Mai 1887 in Pietrelcina, Provinz Benevento, Kampanien, Königreich Italien als Francesco Forgione; † 23. September 1968 in San Giovanni Rotondo in der italienischen Provinz Foggia), war Kapuziner und Ordenspriester. Papst Johannes Paul II. sprach ihn 1999 selig und 2002 heilig. Um Pater Pio entwickelte sich bereits zu Lebzeiten ein Kult; er gilt als einer der beliebtesten Heiligen Italiens.

Contents

‱ Leben
‱ Stigmata
‱ Filme
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Leben

Kindheit und Ordenseintritt

Francesco Forgione war das achte Kind von Grazio Forgione, einem Bauern, und Maria Giuseppa di Nunzio. Eine seiner drei jĂŒngeren Schwestern wurde Birgittin.

Im Alter von ungefĂ€hr vierzehn Jahren fĂŒhlte er sich zum Ordensleben als Kapuziner berufen.cite-ref-1[1] Am 6. Juli 1902 bewarb sich Francesco als Aspirant bei den Kapuzinern in San Giovanni. Nach Beendigung der Schulzeit trat er im Alter von sechzehn Jahren am 6. Januar 1903 als Postulant den Kapuzinern von Morcone bei, bei denen er am 22. Januar zur Einkleidung den Ordensnamen Pio (der Fromme) erhielt.

Ordensleben und Priestertum

Nach den zeitlichen GelĂŒbden am 22. Januar 1904 begann Bruder Pio mit dem Studium. Nach Aufenthalten in Sant’Elia a Pianisi und San Marco in Lamis wurde er 1907 nach Serracapriola entsandt und legte am 27. Januar 1907 die ewigen GelĂŒbde ab. 1909 wurde er nach Morcone geschickt und empfing am 18. Juli die Weihe zum Diakon. Am 10. August 1910 wurde er – mit einem Dispens vorgezogen – in der Kathedrale von Benevent zum Priester geweihtcite-ref-2[2] und feierte am 14. August 1910 die Primiz in der Kirche Santa Maria degli Angelicite-ref-3[3] in Pietrelcina.

Nach der Priesterweihe verbrachte Pater Pio wegen seines schlechten Gesundheitszustands die Jahre zwischen 1910 und 1916 nicht im Kloster, sondern – mit der Erlaubnis des Kapuzinerordens – im Haus seiner Familie in Pietrelcina.cite-ref-luzzatto-19-4-0[4] 1915 wurde er zur Armee eingezogen, durfte diese aber zu einem einjĂ€hrigen Genesungsurlaub wieder verlassen. Im Jahre 1918 erklĂ€rte man ihn wegen einer doppelseitigen LungenentzĂŒndung schließlich fĂŒr dienstuntauglich.cite-ref-5[5]

1916 wurde Pater Pio in den Konvent Unserer Lieben Frau von der Gnade nach San Giovanni Rotondo im Vorgebirge von Gargano entsandt, der zu jener Zeit nur noch aus sieben OrdensbrĂŒdern bestand. Dort blieb er bis zu seinem Tode 1968.cite-ref-va-06-16-2002-6-0[6]

Stigmata

Schon in einem Brief vom 21. MÀrz 1912 an seinen geistlichen Begleiter und Beichtvater Pater Agostino schrieb Pater Pio von seiner Hingabe an den mystischen Leib Christi und der Ahnung, dass er, Pio, eines Tages selbst die Wundmale Christi tragen werde. Der italienische Historiker Sergio Luzzatto weist darauf hin, dass Pater Pio in diesem Brief nicht kenntlich gemachte Textstellen aus einem Buch der stigmatisierten Mystikerin Gemma Galgani verwendete. SpÀter habe er abgestritten, das zitierte Buch zu besitzen.cite-ref-luzzatto-19-4-1[4]

Nach eigener Aussage seien bei Pater Pio erstmals sichtbare Wunden (Stigmata) nach seiner Vision am 20. September 1918 aufgetreten. Die Vision habe sich nach dem Dankgebet im Chor ereignet. Sie habe den Herrn in der Haltung eines Gekreuzigten gezeigt, der die Undankbarkeit der Menschen beklagte, besonders jener, die sich ihm geweiht hĂ€tten. Dies habe das Leiden des Herrn und seinen Wunsch offenbart, Seelen mit seinem Leiden zu vereinen. Er habe Pater Pio „eingeladen, an seinen Beschwernissen teilzuhaben und diese zu betrachten“. Pater Pio sei dann voll des MitgefĂŒhls fĂŒr die Leiden des Herrn gewesen; und nach einer Frage, was er tun könne, habe er die Stimme Christi gehört, die ihn mit seinem Leiden vereinte. Nachdem die Vision verschwand, habe er „diese Zeichen hier“ gesehen, „aus denen das Blut herabtropfte“.cite-ref-8[8] Um die Wunden an den HĂ€nden zu verbergen, trug Pater Pio meist fingerlose Handschuhe.

Vorwurf der Verwendung chemischer Substanzen

Kritiker fĂŒhrten die Wunden auf die Verwendung Ă€tzender Substanzen zurĂŒck.cite-ref-focus-263914-9-0[9] Luzzatto erarbeitet in seinem Buch ĂŒber Pater Pio eine Indizienkette, die eine natĂŒrliche Verursachung der Wunden durch den gezielten Einsatz von Phenol (KarbolsĂ€ure) plausibel erscheinen lĂ€sst.cite-ref-10[10] Über die Cousine des Apothekers Valentini Vista soll Pio versucht haben, dieses in grĂ¶ĂŸeren Mengen zu beziehen. Die Cousine gehörte zu einem Kreis frommer Frauen, die Luzzatto zufolge in San Giovanni Rotondo ein und aus gingen. In einem erhaltenen Brief benennt Pio als Verwendungszweck des Phenols die Desinfektion von Spritzen. Bei dieser Cousine soll er auch um eine große Menge Veratrin gebeten haben, eine Ă€ußerst giftige Mischung verschiedener Alkaloide, sowie um weitere Medikamente.cite-ref-11[11] Die Einnahme des Nerven- und Insektengiftes Veratrin hat eine Unempfindlichkeit gegen Wundschmerzen zur Folge.cite-ref-faz-artikel-12-0[12] Pater Pio habe Vista keine Ă€rztlichen Rezepte vorgelegt, wie dieser anmerkt. Vista zog den Bischof von Foggia, Salvatore Bella, ins Vertrauen und zeigte ihm entsprechende Briefe. Bella schickte diese Dokumente an das Heilige Offizium in Rom.cite-ref-13[13] Nachdem Luzzattos Veröffentlichungen in Italien Aufsehen erregt hatten, erklĂ€rte der Kapuzinerorden im September 2007, Pater Pio sei in seinem Konvent auch fĂŒr medizinische Dienste zustĂ€ndig gewesen, und wiederholte die bereits 1921 von Pater Pio abgegebene ErklĂ€rung, dass das Phenol zur Desinfektion von Spritzen benutzt worden sei.cite-ref-14[14]

Entwicklung des Kultes um Pio

Seit 1919 gab es Anzeichen fĂŒr das Herausbilden eines Kultes um Pio.cite-ref-15[15] Ebenfalls 1919 erschienen Berichte ĂŒber Pio in französischen und spanischen Zeitungen.cite-ref-16[16] In Spanien erschienen auch die ersten beiden Biographien von Pio. Bewohner von San Giovanni Rotondo sammelten blutgetrĂ€nkte TaschentĂŒcher auf und verwendeten sie zu Hause als Heilmittel.cite-ref-17[17] Ein Fotograf fertigte Bilder von Pio an, die als Postkarten kursierten und die Handstigmata zeigten.cite-ref-18[18] GegenstĂ€nde, die Pio berĂŒhrt hatte (Hemden, GĂŒrtel und StĂŒhle), wurden von fanatisierten AnhĂ€ngern zerschnitten und aus dem Kloster mitgenommen.cite-ref-19[19] Bereits in dieser Zeit besuchten jeden Tag Hunderte Menschen Pio, wie eine italienische Zeitung berichtete.cite-ref-20[20] Neben den AnhĂ€ngern meldeten sich von Anfang an auch Zweifler, darunter die sich selbst so benennende „Gruppe der Treuen“, die sich per anonymen Briefen an das Heilige Offizium wandten. Sie beschrieben die angeblichen Wunder als Produkte der â€žĂŒberhitzten Imagination“ der Menge und benannten Verfehlungen der Mönche.cite-ref-21[21]

Bereits 1919 versuchte der Provinzialminister des Kapuzinerordens, Pietro von Ischetella, den Kult um Pio einzuschrÀnken. Er verbot z. B. Laien, das Refektorium des Klosters zu betreten. Keinem Journalisten und Fotografen sollte das Betreten des Klosters erlaubt werden. Pietro von Ischetella versuchte zu verhindern, dass GegenstÀnde von Pio aus dem Kloster gebracht werden konnten.cite-ref-22[22]

EinschrĂ€nkungen bei der AusĂŒbung des priesterlichen Dienstes

Im Juni 1922 plante der SekretĂ€r des Heiligen Offiziums, Kardinal Rafael Merry del Val, die Befugnisse Pios als Priester stark einzuschrĂ€nken. Er sollte von GlĂ€ubigen bestmöglich isoliert werden,cite-ref-ceci-114-23-0[23] seine Stigmata sollte er nicht lĂ€nger der Öffentlichkeit prĂ€sentieren und seine Beziehung zu Pater Benedetto sollte beendet werden. Außerdem wurde vorgeschlagen, Pio an einen anderen Ort zu entsenden.cite-ref-24[24] Dieses Ansinnen, von Seiten des Vatikans mehrfach in Angriff genommen, wurde letztlich nie ausgefĂŒhrt. Entscheidend waren sowohl die Tatsache, dass Pio die UnterstĂŒtzung faschistischer Kreise genoss,cite-ref-25[25] als auch die BefĂŒrchtung, dass gewalttĂ€tige Reaktionen der religiösen Bevölkerung ausgelöst werden könnten.cite-ref-26[26]

1923 gab das Heilige Offizium in einer am 31. Mai veröffentlichten ErklĂ€rung bekannt, dass es in Bezug auf die Pater Pio zugeschriebenen PhĂ€nomena keinen Beweis fĂŒr ĂŒbernatĂŒrliches Eingreifen gebe (non constare de eorundem factorum supernaturalitate),cite-ref-27[27] und wies die GlĂ€ubigen an, sich daran zu halten. Pater Pio wurde verboten, die Heilige Messe in der Öffentlichkeit zu feiern.cite-ref-28[28] 1931 wurde durch das Heilige Offizium seine Erlaubnis, Beichten hören zu dĂŒrfen, widerrufen. Doch 1933 wurde die Beichterlaubnis schrittweise wiedergestellt, zusammen mit der Erlaubnis, auch die Messe wieder in der Öffentlichkeit zu feiern. 1941 wurde ihm nach Bitten des Generaloberen des Kapuzinerordens vom Heiligen Offizium die Erlaubnis erteilt, auch an den Nachmittagen in der Kirche Beichte zu hören; 1948 hörte er die Beichte Karol WojtyƂas, des spĂ€teren Papstes Johannes Paul II.

WĂ€hrend des Zweiten Vatikanischen Konzils suchten viele Bischöfe Pater Pio in Giovanni Rotondo auf. 1964 schließlich machte Kardinal Ottaviani als PrĂ€fekt des Heiligen Offiziums bekannt, dass Pater Pio „sein Amt in voller Freiheit ausĂŒben möge“.cite-ref-castelli-294-29-0[29] Die Einstellung des Vatikans zum Wirken Pios unterlag ĂŒber Jahrzehnte hinweg großen Schwankungen. Gleiches gilt fĂŒr zeitweilige EinschrĂ€nkungen Pios. Letztlich war es Johannes Paul II., der die Kanonisierung betrieb und so die zustimmende Bewertung Pios durch die katholische Kirche festschrieb.cite-ref-30[30]

Pio als Teil des Klerikalfaschismus

Luzzatto rekonstruiert die offene UnterstĂŒtzung Pater Pios fĂŒr die faschistische Bewegung ab 1920. Damals habe sich „um Padre Pio herum ein klerikal-faschistisches Gemisch herausgebildet“cite-ref-31[31] und der Padre habe gegenĂŒber Benito Mussolini eine positive Haltung eingenommen.cite-ref-32[32]

San Giovanni Rotondo, ein abgelegenes StĂ€dtchen in karger Landschaft, dessen Analphabetenanteil im Jahr 1920 bei ĂŒber 90 % lag, bildete zunĂ€chst das politische Umfeld von Pio.cite-ref-33[33] Nach dem Ersten Weltkrieg geriet Italien in einen politischen Umbruch mit bĂŒrgerkriegsartigen Erscheinungen, wobei sich das sozialistische und das faschistische Lager gegenĂŒberstanden. Auf sozialistischer Seite gab es starke anti-religiöse und antiklerikale Strömungen. Am 14. Oktober 1920 ereignete sich in San Giovanni Rotondo ein Massaker, bei dem ein Marsch der Sozialisten vom konservativen Block, dem Fascio d‘Ordine, gebildet aus der (katholischen) PopulĂ€ren Partei PPI, den Liberalen und der Veteranen-Organisation angegriffen wurde. Dabei starben elf Bauern, alle aus dem Lager der Sozialisten.cite-ref-34[34] Wenige Wochen spĂ€ter nahm der Vorsitzende des konservativen Blocks Kontakt zu Padre Pio auf. SpĂ€ter ließen sich die faschismusnahen Organisationen der Veteranen von ihm an MariĂ€ Himmelfahrt (15. August 1920) die Flagge segnen.cite-ref-35[35] Vermittelt durch eine junge Frau, deren geistlicher FĂŒhrer Pio war, kam es wenig spĂ€ter zum Treffen zwischen ihm und dem faschistischen Politiker Giuseppe Caradonna aus der Provinz Foggia.cite-ref-luzzatto-85-36-0[36] Pio wurde Beichtvater von Caradonna und den Angehörigen seiner Miliz.cite-ref-37[37] Nach Luzzatto kam es durch den Kontakt mit Caradonna zur Etablierung einer regelrechten PrĂ€torianergarde um Pio, die verhindern sollte, dass er aus San Giovanni Rotondo von kirchlicher Seite entfernt werden könne.cite-ref-luzzatto-85-36-1[36] Aus derartigen AnfĂ€ngen bildete sich im Lauf der Zeit das klerikalfaschistische Gemisch, an dessen Entstehen Padre Pio gemĂ€ĂŸ der Rekonstruktion von Luzzatto seinen Anteil hatte. Nach Luzzatto hatte Pio damals eindeutig Partei ergriffen fĂŒr die Sache der Veteranen. Umgekehrt waren die Sozialisten hĂ€ufig antiklerikal eingestellt und kritisierten Pio auch öffentlich.cite-ref-38[38]

Ein wichtiger AnhĂ€nger von Pio war Emanuele Brunatto, einer der ersten Biografen von Pio (Biografie veröffentlicht 1926 unter dem Pseudonym Giuseppe De Rossi).cite-ref-luzzatto-148-39-0[39] Brunatto vermittelte zwischen den AnhĂ€ngern von Pio und den leitenden Figuren der faschistischen Bewegung. Der Verleger dieses Buches und weiterer Biografien zu Pio war Giorgio Berlutti, seinerseits Teil der intellektuellen UnterstĂŒtzung des Marschs auf Rom.cite-ref-luzzatto-149-40-0[40] Nach Luzzatto war die Publikation der Biografien Teil des Versuchs, Padre Pio den faschistischen MeinungsfĂŒhrern bekannt zu machen.cite-ref-luzzatto-149-40-1[40] Brunatto war evtl. ab 1931, spĂ€testens aber ab 1935 im Auftrag der faschistischen Regierung und von ihr finanziert in Frankreich als Spion tĂ€tig.cite-ref-41[41] Pio war in mehrfacher Hinsicht verbunden mit seinem Biografen Brunatto: Dieser fungierte als geschĂ€ftsfĂŒhrender Direktor einer Aktiengesellschaft namens „Anonima Brevetti Zarlatti“, die Patente fĂŒr Diesellokomotiven verkaufte.cite-ref-luzzatto-192-42-0[42] Luzzatto wies anhand von handschriftlichen Notizen Pios nach, dass dieser direkt an geschĂ€ftlichen VorgĂ€ngen der „Anonima Brevetti Zarlatti“ beteiligt war.cite-ref-luzzatto-192-42-1[42] Die AktionĂ€re kauften im Vertrauen auf die Beteiligung Pios entsprechende Aktien. Nachdem die Gesellschaft bankrottgegangen war, hatten die AktionĂ€re den entsprechenden Schaden. Der Historiker Luzzatto bezeichnet Brunatto als „chronischen LĂŒgner“ und BetrĂŒger, der AnhĂ€nger von Padre Pio mit Personen aus der faschistischen Hierarchie und ebenso mit fĂŒhrenden Personen aus dem Vatikan zusammenbrachte.cite-ref-luzzatto-148-39-1[39]

Das Krankenhaus La Casa sollievo della sofferenza

Bereits 1925 wurde von Pater Pio in San Giovanni Rotondo ein altes Kloster in eine Klinik mit nur wenigen Betten umgewandelt, die fĂŒr Menschen in großer Not gedacht waren.cite-ref-cna-43-0[43] 1940 fand sich ein Komitee zusammen, das die GrĂŒndung einer Klinik in den Anliegen Pater Pios zur Absicht hattecite-ref-44[44] und das Projekt mit Spenden unterstĂŒtzte. Die Bauarbeiten begannen 1947.cite-ref-cna-43-1[43] Nach Luzzatto kam der Hauptteil des Geldes fĂŒr die Finanzierung des Krankenhauses direkt von Brunatto, der mit SchwarzmarktgeschĂ€ften im von Nazi-Deutschland besetzten Frankreich ein Vermögen gemacht hatte.cite-ref-45[45] In der von Luzzatto als „hagiographisch“ bezeichneten Geschichtsschreibung werde die Rolle der Journalistin Barbara Ward bei der Finanzierung ĂŒberbetont. Ward war die Verlobte von Robert Jackson, des VizesekretĂ€rs der UNRRA. Die UNRRA war die entscheidende Institution beim Wiederaufbau von Nachkriegs-Italien. Von der UNRRA flossen letztlich 250 Millionen Lire in die Errichtung des Krankenhauses. Nach Luzzatto sei der Betrag von Brunatto allerdings doppelt so groß gewesen.cite-ref-46[46]

Beteiligt an den Verhandlungen zur Finanzierung durch die UNRRA waren auch Lodovico Montini, Spitzenpolitiker der Democrazia Cristiana, und sein Bruder Giovanni Battista Montini, VizestaatssekretĂ€r des Vatikans und spĂ€tere Papst Paul VI. Lodovico Montini wurde der VerhandlungsfĂŒhrer einer Delegation, die im Auftrage des Staates Italien mit der UNRRA verhandelte, sein Bruder verhandelte im Auftrag des Vatikans.cite-ref-47[47] Bemerkenswert ist die große Summe, die an das Krankenhaus floss, denn das Italienische Rote Kreuz etwa, zustĂ€ndig fĂŒr ganz Italien, erhielt damals nur 130 Mio. Lire.cite-ref-48[48] Das Krankenhaus sollte zunĂ€chst den Namen des 1947 verstorbenen PrĂ€sidenten der UNRRA – Fiorello LaGuardia – erhalten. Selbst eine entsprechende Inschrift war am entstehenden GebĂ€ude angebracht, verschwand aber im Lauf der Fertigstellung.cite-ref-49[49] Durch entsprechende Interventionen der VerhandlungsfĂŒhrer und, so Luzzatto, der „Pater-Pio-Lobby“ wurde letztlich das Projekt umbenannt und als Werk von Pater Pio hingestellt.cite-ref-50[50]

1956 wurde die Casa sollievo della sofferenza („Haus der Linderung der Leiden“) in der Stadt San Giovanni Rotondo eröffnetcite-ref-51[51] und von Pater Pio direkt dem Heiligen Stuhl ĂŒbergeben. 1967 wurde das Krankenhaus erweitert. Die Klinik, eine von nur zweien, die der Gerichtsbarkeit des Papstes unterstehen, verfĂŒgt mittlerweile ĂŒber 1000 Betten.cite-ref-cna-43-2[43]

Tod in San Giovanni Rotondo

1968 begann sich Pater Pios Gesundheit zu verschlechtern, weshalb er zuletzt einen Rollstuhl gebrauchen musste. Er feierte seine letzte Heilige Messe in den frĂŒhen Morgenstunden des 22. September 1968 und starb am Tag darauf morgens um 2:30 Uhr im Alter von 81 Jahren mit den Worten „Jesus, Maria“, die er noch einmal wiederholte.cite-ref-castelli-294-29-1[29] Zur kirchlichen BegrĂ€bnisfeier kamen ĂŒber 100.000 Menschen.cite-ref-52[52] Angeblich verschwanden nach seinem Tod die Stigmata.cite-ref-53[53]

Medizinische und kirchliche Untersuchungen von Pater Pio

Luigi Romanelli, medizinischer Bericht von 1919

Luigi Romanelli, leitender Chirurg des öffentlichen Krankenhauses von Barletta, ging von einer ĂŒbernatĂŒrlichen Verursachung der Wunden Pater Pios aus und schrieb ĂŒber seine Ansichten im Mai 1919 einen Bericht. Offenbar hatte er aber die Wunden von Pio nie untersucht. Luzzatto schreibt, dass Romanelli zweimal zu Padre Pio um Segnungen gebetet hatte, die aber ausgeblieben seien. Daher reiste Romanelli zu Padre Pio, der ihn jedoch abwies.cite-ref-54[54]

Amico Bignami, medizinische Untersuchung von 1919

Der Pathologe Amico Bignami fĂŒhrte 1919 eine medizinische Untersuchung der Wunden Pater Pios durch und kam zu dem Schluss, es handle sich um eine Nekrose der Haut, die mit Hilfe von Chemikalien, etwa Jodtinktur, an der Abheilung gehindert werde.cite-ref-55[55]

Giorgio Festa, medizinische Untersuchungen 1919 und 1920

Der Mediziner Giorgio Festa untersuchte Pater Pio 1919 und 1920. Er war offenbar beeindruckt vom Wohlgeruch der Stigmata.cite-ref-56[56] Festa – wie zuvor Bignami – beschrieb die Seitenwunde als kreuzförmig.cite-ref-57[57] Insgesamt kam Festa in seinem Bericht an das Heilige Offizium von 1925 zu einem wohlwollenden Urteil und attackierte die kritische Ansicht Agostino Gemellis zu den Stigmata Pios, wobei theologische Argumente die Hauptrolle spielten.

Agostino Gemelli, psychiatrische Untersuchung von 1920 und medizinisch-psychiatrische Untersuchung 1925

Eine psychiatrische Untersuchung wurde durch den Psychiater, Franziskaner und Priester Agostino Gemelli im Jahr 1920 durchgefĂŒhrt. Er kam zu dem Urteil, dass Francesco Forgione ein Mann sei von „eingeschrĂ€nktem Wissensbereich, niedriger psychischer Energie, monotonen Ideen, wenig Willen.“cite-ref-58[58] Gemelli beurteilte Pio ausgesprochen kritisch: „Es handelt sich um einen Fall von Suggestion, unbewußt eingepflanzt von Vater Benedetto in den schwachen Geist von Padre Pio, die die charakteristischen Manifestationen von mechanischem Nachplappern und Nachahmen ergibt, die typisch fĂŒr den hysterischen Geist sind.“cite-ref-59[59]

Im Auftrag des Heiligen Offiziums untersuchte Gemelli Pater Pio im Jahr 1925 erneut und verfasste im April 1926 dazu einen Bericht. Gemelli sah als Ursache der Wunden die Verwendung einer Ă€tzenden Substanz an. Pio habe sich diese Wunden also selbst beigefĂŒgt. Der Jesuit Festa hatte zuvor versucht, Gemellis Äußerungen zu Stigmata im Allgemeinen in Frage zu stellen.cite-ref-60[60] Gemelli antwortete auf diese Kritik in seinem Bericht und griff bei der Erwiderung auf seine Kenntnis von selbstbeigebrachten Wunden zurĂŒck. Er prĂ€zisierte daher seine Aussagen ĂŒber die Beschaffenheit von Pios Wunden: „Jeder mit Erfahrung in forensischer Medizin und darĂŒber hinaus mit der Vielfalt von wunden Stellen und Wunden, die selbstdestruktive Soldaten wĂ€hrend des Krieges prĂ€sentierten, kann keinen Zweifel haben, dass diese Wunden von Erosion durch den Gebrauch einer Ă€tzenden Substanz verursacht sind. Die Basis der wunden Stelle und ihre Form ist in jeder Weise Ă€hnlich den Wundstellen, die bei Soldaten beobachtet werden konnten, die sie mit chemischen Mitteln am Abheilen hinderten.“cite-ref-61[61]

Erneut beurteilte Gemelli die geistigen FĂ€higkeiten Pater Pios als limitiert: „Er [Pio] ist der ideale Partner, mit dem der frĂŒhere Provinzialminister Pater Benedetto ein Inkubus-Succubus-Paar bilden kann 
 Er ist ein guter Priester: ruhig, still, bescheiden, mehr aufgrund des mentalen Defizits denn als aus Tugend. Eine arme Seele, fĂ€hig, ein paar stereotype Phrasen zu wiederholen, ein armer, kranker Mann, der seine Lektion von seinem Meister Pater Benedetto gelernt hat.“cite-ref-62[62] Gemelli schrieb 1940 und auch spĂ€ter mehrfach an das Heilige Offizium ĂŒber die seiner Ansicht nach unberechtigten AnsprĂŒche auf Heiligkeit Pater Pios.cite-ref-63[63]

Joseph Lemius, Votum fĂŒr das Heilige Offizium von 1920

Der französische Pater Joseph Lemius, der seinerzeit Generalprokurator der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria war, wurde 1920 mit der schriftlichen Antwort auf die Frage, welche Maßnahmen, wenn ĂŒberhaupt welche, das Heilige Offizium seiner Ansicht nach in Bezug auf Pater Pio treffen solle, beauftragt. Lemius beurteilte Pater Pio nicht aufgrund einer Untersuchung, sondern nach Durchsicht von Akten und Dokumenten und reichte ein sogenanntes Votum ein, in dem er erklĂ€rte, er könne schon wegen fehlender eigener Inaugenscheinnahme „nichts mit Gewißheit ĂŒber den Ursprung der Stigmata sagen“, und dem Heiligen Offizium empfahl, einen apostolischen Visitator zu entsenden,cite-ref-64[64] was das Heilige Offizium Anfang 1921 aufgriff. In seinem Votum fĂŒhrte Lemius vier gleichberechtigte Hypothesen an, wie die bei Pater Pio festgestellten Wunden entstanden sein könnten:

‱ selbst zugefĂŒgt ab intrinseco (aufgrund einer innewohnenden krankhaften Veranlagung)
‱ selbst zugefĂŒgt ab extrinseco (durch Suggestion oder mutwillige Anwendung kĂŒnstlicher Mittel)
‱ Stigmata göttlichen Ursprungs
‱ Stigmata teuflischen Ursprungs

Die letztere Hypothese erschien Lemius vor dem Hintergrund der SpiritualitĂ€t Pater Pios als unwahrscheinlich; so verwarf er sie.cite-ref-65[65] Lucia Ceci schreibt hingegen, Lemius sei zu dem Schluss gekommen, Pio habe die ersten Anzeichen seiner Stigmata an HĂ€nden und FĂŒĂŸen durch die „schiere Kraft des Betens auf den Wunden unseres Herrn“ herbeigefĂŒhrt, aber dann mit chemischen Substanzen nachgeholfen.cite-ref-ceci-114-23-1[23]

Raffaele Rossi, erste Apostolische Visitation von 1921

Der Bischof von Volterra, Raffaele Rossi, ein Karmelit, wurde am 11. Juni 1921 in aller Form vom Heiligen Offizium mit der DurchfĂŒhrung einer kanonischen Untersuchung betreffend Pater Pio beauftragt. Rossi begann am 14. Juni in San Giovanni Rotondo seine apostolische Visitation mit der Befragung von Zeugen, zwei Diözesanpriester und sieben OrdensbrĂŒder. Er erstellte nach achttĂ€giger Untersuchung abschließend einen wohlwollenden Bericht, den er mit Datum vom 4. Oktober 1921, dem Fest des heiligen Franziskus von Assisi, an das Heilige Offizium sandte. Der umfangreiche und detaillierte Bericht sagte im Wesentlichen folgendes aus: Pater Pio, von dem Rossi einen gĂŒnstigen Eindruck hatte, sei ein guter Ordensmann und der Konvent von San Giovanni Rotondo eine gute KommunitĂ€t. Was immer außerordentlich daran sei, was Pater Pio geschehe, könne nicht erklĂ€rt werden, geschehe aber sicher nicht durch Eingreifen des Teufels oder durch TĂ€uschung oder Schwindel. Der öffentliche Überschwang habe stark nachgelassen.cite-ref-66[66]cite-ref-67[67] Bei der Befragung der Zeugen, die Rossi insgesamt dreimal vornahm, ließ er sich von dem zu diesem Zeitpunkt 34 Jahre alten Pater Pio auch die Stigmata zeigen und von ihrer Entstehung berichten, was er im Bericht mit „Die Stigmata sind da. Wir stehen einem wirklichen Faktum gegenĂŒber – es ist unmöglich, das zu leugnen“ vermerkte.cite-ref-castelli-21-68-0[68]

In seinen unmittelbar zu Papier gebrachten Notizen und dem abschließenden Bericht beschreibt Rossi Form und Aussehen der Wunden. Die in den HĂ€nden seien „sehr sichtbar“ und seiner Ansicht nach „von einem blutigen Exsudat verursacht“ gewesen. Jene in den FĂŒĂŸen „waren im Verschwinden begriffen. Was beobachtet werden konnte, glich zwei punktförmigen Erhebungencite-ref-69[69] mit weißerer und zarterer Haut“.cite-ref-castelli-21-68-1[68] In Bezug auf die Seite heißt es: „An seiner Seite erscheint das Zeichen in Form eines dreieckigen Fleckes in der Farbe von Rotwein und anderen, kleineren Flecken, die zu dieser Zeit nicht mehr die Form eines umgekehrten Kreuzes bilden.“cite-ref-70[70] Rossi richtete zudem die Bitte an das Heilige Offizium, eine Chronik ĂŒber Pater Pio zu Rate zu ziehen, die Pater Benedetto zusammenstelle, oder sich wenigstens von diesem zusammengetragenes Material senden zu lassen, damit man eines Tages ĂŒber das Leben Pater Pios schreiben könne.cite-ref-71[71]

Zu den Hauptfaktoren, die Rossi im Laufe der Visitation zu der Ansicht kommen ließen, es handle sich wohl um Stigmata göttlichen Ursprungs, gehörten die Beobachtungen, es habe sich um blutige Exsudationen gehandelt. Die Anwendung von KarbolsĂ€ure rufe ein ganz anderes Bild und eine Zerstörung des Gewebes durch EntzĂŒndung oder Vereiterung hervor, die Wundmale seien jedoch frei von jeder Infektion gewesen. Sie hĂ€tten nicht den ĂŒblen Geruch geronnenen Blutes abgegeben, sondern einen sehr angenehmen, eindringlichen Duft, „Àhnlich dem von Veilchen“, der auch aus der Ferne wahrnehmbar gewesen sei.cite-ref-72[72]

Rossi zufolge sei an den „Wundern“, die Pater Pio dem Erzpriester Giuseppe Prencipe zufolge nachgesagt wurden und die San Giovanni Rotondo so großes Aufsehen erregt hĂ€tten, kaum ein wahres Wort gewesen, wofĂŒr er Pater Pio expressis verbis bedauerte: „Zu denken, dass so viele unnĂŒtze Worte ein solch ungĂŒnstiges Licht auf diesen armen Kapuziner geworfen haben!“ Von diesen „Wundern“ wurden beispielsweise aufgezĂ€hlt: die angebliche Heilung mehrerer Buckliger, des verrenkten Fußes eines Urkundsbeamten, die eines stummen MĂ€dchens, und dass eine Glocke auf ein Gebet Pater Pios hin gesprungen sei.cite-ref-73[73] Auch Lucia Ceci schreibt, dass Rossi keines der zugeschriebenen Wunder habe feststellen können: „there could be no doubt: not one of the claimed miracles could be substantiated.“ („Es konnte kein Zweifel bestehen: Nicht eines der behaupteten Wunder konnte nachgewiesen werden.“)cite-ref-ceci-114-23-2[23] Zur Frage nach einer Bilokation gab Pio an, dass es diese nicht gegeben habe, „soweit mir bewußt ist“.cite-ref-74[74]

Johannes XXIII, Nachforschungen und Tonbandaufnahmen, nach 1958

Johannes XXIII. war ausgesprochen skeptisch gegenĂŒber Pater Pio. Zu Beginn seiner Amtszeit wurde ihm bekannt, dass Gegner von Pater Pio in seiner Klosterzelle und in seinem Beichtstuhl AbhörgerĂ€te platziert und so dessen BeichtgesprĂ€che mit TonbĂ€ndern aufgezeichnet hatten.cite-ref-luzzatto-270-75-0[75] Auf vier BlĂ€tter außerhalb seines semi-offiziellen Tagebuchs schrieb Johannes XXIII., dass er fĂŒr „P.P.“ (Padre Pio) bete. Der Inhalt dieser privaten Notizen wurde zum ersten Mal von Luzzatto publiziert. Aufgrund der Tonbandaufnahmen sei klar geworden, dass Pater Pio – sofern es denn wahr sei, was mitgeteilt werde („si vera sunt quae referentur“) – „intime und unanstĂ€ndige Beziehungen mit den Frauen aus seiner undurchdringlichen PrĂ€torianergarde rund um seine Person“ habe.cite-ref-luzzatto-270-75-1[75] Johannes XXIII. hat wohl die TonbĂ€nder nie selbst durchgehört, ging aber von der Richtigkeit dieser Ansicht aus. Nach Luzzatto hatte der Vatikan diese Abhöraktion nicht angeordnet. Johannes XXIII. hatte es Jahre zuvor vermieden, Kontakt mit Pater Pio in San Giovanni Rotondo aufzunehmen, und schrieb ĂŒber seine Reaktion auf die skandaltrĂ€chtigen Tonbandaufnahmen: „Der Grund fĂŒr meine geistige Ruhe, und das ist ein unbezahlbares Privileg und eine Gnade, ist, dass ich mich persönlich rein fĂŒhle von dieser Verunreinigung, die seit vierzig Jahren Hunderttausende von Seelen korrodiert hat, die in unerhörtem Maße nĂ€rrisch gemacht und durcheinander gebracht wurden.“cite-ref-76[76] In einer weiteren Notiz schrieb Johannes XXIII., dass er Maßnahmen ergreifen wolle. TatsĂ€chlich ordnete er eine weitere Apostolische Visitation an.

Carlo Maccari, zweite Apostolische Visitation von 1960

Der Priester Carlo Maccari war GeneralsekretĂ€r der Diözese Rom und traf Pio insgesamt neun Mal.cite-ref-77[77] Pio war gegenĂŒber Maccari ausgesprochen misstrauisch. Dieser notierte in sein Tagebuch: „Verschlossenheit, Enge des Geistes, LĂŒgen – dies sind die Waffen, die er benutzt, um meinen Fragen auszuweichen 
 Gesamteindruck: bedauernswert.“cite-ref-78[78] Maccari forderte die Unterlassung des von Pater Pio praktizierten Kusses nach der Beichte fĂŒr die Laienschwestern. In seinem Bericht vermerkte Maccari, dass Pio eine unzureichende religiöse Bildung aufwies. Er arbeite viel fĂŒr einen Mann seines Alters. Er sei kein Asket und verfĂŒge ĂŒber zahlreiche Verbindungen zur außerklösterlichen Welt. Generell gebe es eine zu starke Vermischung aus dem „Sakralen“ und dem „Allzumenschlichen“.cite-ref-luzzatto-274-79-0[79] Maccari vermerkte in seinem Report namentlich, welche Frau angab, zu welcher Zeit die Geliebte von Pio gewesen zu sein – ohne klar zu beurteilen, ob all diese Aussagen der Wahrheit entsprachen.cite-ref-luzzatto-274-79-1[79] Maccari konzentrierte sich auf die Beurteilung des Fanatismus der sozialen Umgebung Pios und bezeichnet dessen AusprĂ€gung als „religiöse Auffassungen, die schwankten zwischen Aberglaube und Magie.“cite-ref-80[80] Die AnhĂ€nger von Pio bezeichnete Maccari als „enorm ausgedehnte und gefĂ€hrliche Organisation“.cite-ref-81[81] Pio habe nie von sich aus seinen AnhĂ€ngern zur MĂ€ĂŸigung geraten. Maccari fragte sich, wie Gott „so viel TĂ€uschung“ zulassen könne.cite-ref-luzzatto-277-82-0[82] Seinen kritischen Bericht beendete Maccari mit einer Liste von Empfehlungen zum weiteren Umgang mit Pater Pio. Die BrĂŒder von Santa Maria delle Grazie sollten nach und nach versetzt werden, ein neuer Abt sollte von außerhalb der Region stammen. Niemand solle mehr als einmal pro Monat bei Pio beichten dĂŒrfen. Das Krankenhaus sollte neue gesetzliche Statuten bekommen, um die Aufgaben der Mediziner und der spirituell „heilenden“ Kapuziner strikter zu trennen.cite-ref-luzzatto-277-82-1[82] Im Anschluss an Maccaris Apostolische Visitation notierte Johannes XXIII in sein Tagebuch, dass er Pater Pio als „Strohidol“ (idolo di stoppa) sehe.cite-ref-83[83]

„Zweiter Christus“

In der Literatur wird Pater Pio mehrfach als „zweiter Christus“ (lateinisch alter Christus) bezeichnet. Luzzatto erwĂ€gt die Frage, ob ein guter Christ jemals die Möglichkeit eines solchen alter Christus akzeptieren könne und welche theologischen Schwierigkeiten damit seiner Ansicht nach verbunden seien. Auch den Zeitgenossen des heiligen Franziskus habe sich diese Frage bereits gestellt, dieser sei andererseits nicht Priester gewesen. Der heilige Franziskus habe die Stigmata gegen Ende seines Lebens empfangen, Pater Pio dagegen als junger Mann, der sie ein halbes Jahrhundert lang getragen hĂ€tte. Wenn Pater Pio die Heilige Messe gefeiert habe, seien die Stigmata, die ihn als einen blutenden alter Christus gekennzeichnet hĂ€tten, „so deutlich zutage getreten, dass man sie nur als entweder erhaben oder sakrilegisch“ ansehen hĂ€tte können. Solche ErwĂ€gungen trĂŒgen wiederum zur ErklĂ€rung der Vorsicht, ZurĂŒckhaltung und des Argwohns bei, mit denen man Pater Pio seinerzeit begegnet sei.cite-ref-84[84]

Luzzatto beschreibt an verschiedenen Stellen seines Buches die Sichtweise der AnhĂ€nger von Pater Pio, die ihn als lebenden Christus verstanden.cite-ref-85[85] Entsprechend schrieb der Bischof von Volterra Rossi, alles andere als kritisch gegenĂŒber Padre Pio, dass AnhĂ€nger des Kapuziners diesen „in bedauernswerter Ignoranz“ zum „lebenden Christus“ erklĂ€rten.cite-ref-86[86]

Der römisch-katholische Schriftsteller Vittorio Messori sieht in Pater Pio hingegen ein Mahnmal des leidenden wie des auferstandenen Christus, in dessen Wunden man gleichsam mit den zweifelnden Thomas seine Finger legen könne. Messori fĂŒhrt ebenfalls an, dass die Stigmata zur fraglichen Zeit unterschiedliche Reaktionen ausgelöst hĂ€tten, sieht jedoch in dem Auftreten Pater Pios einen Gnadenerweis Gottes. Wenige Ereignisse des 20. Jahrhunderts hĂ€tten soviel zur Erhaltung des Glaubens beigetragen wie „die demĂŒtige PrĂ€senz dieses alter Christus, den Gott in seiner GĂŒte uns gewĂ€hrt“ habe.cite-ref-87[87]

Angebliche ĂŒbernatĂŒrliche PhĂ€nomene

Das erste Wunder sei laut Rose Ann Palmer im Jahr 1896 geschehen, als Francesco Forgione neun Jahre alt war. Er soll mit einer Frau, deren Kind missgebildet war, gebetet und geweint haben, wonach das Kind durch Werfen auf einen Altar geheilt gewesen sein soll. Dies habe einen bleibenden Eindruck bei Francesco hinterlassen. 1908 soll erstmals ein Wunder geschehen sein, nachdem er seiner Tante Daria einen Sack selbst gesammelter Kastanien geschenkt hatte. Daria erlitt spÀter bei einem Unfall Brandwunden im Gesicht und legte sich zur Linderung den wassergetrÀnkten Sack, in dem sich zuvor die Kastanien befunden hatten, aufs Gesicht. Danach seien die Brandwunden vollstÀndig verschwunden, ohne Narben zu hinterlassen.

Im April 1913 war die Gegend um Pietrelcina von einer Sternorrhynchaplage befallen, die fĂŒr die ansĂ€ssigen Bauern einen Ausfall bei der Bohnenernte bedeutet hĂ€tte. Nur durch Beten und Segnen der Felder soll Francesco alle Insekten getötet haben, wodurch die Ernte besonders reich ausgefallen sei.

Als der Enkel des Freimaurers und Atheisten Alberto Del Fante an Knochen- und Lungentuberkulose und Abszessen der Nieren unheilbar erkrankt war, bat seine Familie Pater Pio um sein Gebet fĂŒr den Jungen. Del Fante wurde auf der Stelle anderen Sinnes, als er den Jungen fast unmittelbar darauf geheilt vorfand. Er pilgerte nach San Giovanni Rotondo, beichtete und fand zum Katholizismus zurĂŒck. Del Fante veröffentlichte daraufhin das Werk Padre Pio of Pietrelcina, Herald of the Lord, in dem er 36 medizinisch dokumentierte Wunder Pios beschrieb, die bis zum Jahr 1931 geschehen sein sollen.cite-ref-88[88]

Pater Pio wird nachgesagt, dem jungen Karol WojtyƂa 1947 sowohl die Wahl zum Papst als auch das Attentat von 1981 vorausgesagt zu haben. Eine italienische Zeitung hatte bereits 1959 berichtet, dass Pio die Wahl von Angelo Roncalli zum Papst vorhergesagt habe, eine Zeitungsmeldung, die laut Luzzatto komplett erfunden gewesen sei.cite-ref-89[89] Mehrfache Berichte erwĂ€hnen bei der AufzĂ€hlung der Wunder auch, dass Pater Pio zur selben Zeit an ganz verschiedenen Orten ĂŒberall auf der Welt erschienen sein soll (Bilokation).cite-ref-90[90]

Verehrung und Kritik

Anfang der 1920er-Jahre reisten zunehmend Pilger nach San Giovanni Rotondo zu den Heiligen Messen, die Pater Pio feierte, und wĂ€hlten ihn als Beichtvater. Zeitweise verboten ihm die Oberen, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Der Generalprokurator der Kapuziner, Pater Melchiorre da Benisa, verbot im April 1924 in einem Rundbrief an alle Kapuzinerklöster, Pilgerreisen zu Pater Pio zu unternehmen, sich schriftlich zu ihm zu Ă€ußern oder Bilder von ihm zu verbreiten.cite-ref-91[91]

Am 20. MĂ€rz 1983, vierzehn Jahre nach dem Tod Pios von Pietrelcina, wurde der vorbereitende Ermittlungsprozess zur Seligsprechung eröffnet.cite-ref-92[92] Am 2. Juni 1997 wurde Pater Pio nach Feststellung des heroischen Tugendgrades zum ehrwĂŒrdigen Diener Gottes erhoben.cite-ref-93[93]

Am 2. Mai 1999 wurde Pater Pio seliggesprochen.cite-ref-94[94] Der Petersplatz war zu klein, um alle GlĂ€ubigen aufzunehmen, die der Feier beiwohnen wollten. Die Heiligsprechung folgte am 16. Juni 2002, etwa 200.000 Pilger waren dafĂŒr nach Rom gereist.cite-ref-spon-03032008-95-0[95] Der Gedenktag Pios von Pietrelcina ist der 23. September.

Im Sommer 2004 wurde nach mehrjÀhriger Bauzeit die neue Kirche San Pio da Pietrelcina des Architekten Renzo Piano neben dem Grab des Paters in San Giovanni Rotondo geweiht, da die bisherige Kirche zu klein geworden war.

Die Kommerzialisierung des Heiligen in San Giovanni Rotondo wurde teils scharf kritisiert: Der Bischof von Como, Alessandro Maggiolini, sprach sich am Tag vor der Kanonisierung Pater Pios gegen die florierenden GeschĂ€fte aus, die sich in Verbindung mit diesem Geistlichen entwickelt hĂ€tten. „Jesus Christus vertrieb die HĂ€ndler aus dem Tempel, aber ich muss jetzt feststellen, dass sie zurĂŒckgekehrt sind“, sagte er in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung La Repubblica.cite-ref-96[96] Auf die Wunder angesprochen, die in den beiden Kanonisierungsverfahren auf die FĂŒrsprache Pater Pios zurĂŒckgefĂŒhrt wurden, Ă€ußerte Maggiolini sich zugleich zweifelnd.cite-ref-97[97]

Anfang MĂ€rz 2008 wurde der Leichnam Pater Pios exhumiert.cite-ref-spon-03032008-95-1[95] Die sterblichen Überreste wurden nach einer Untersuchung in der Krypta der Klosterkirche Santa Maria delle Grazie fĂŒr einige Monate zur Verehrung in einen glĂ€sernen Reliquienschrein gelegt. Der örtliche Erzbischof Domenico D’Ambrosio sagte nach der Exhumierung, bei der Sargöffnung sei sogleich und gut der Bart des Heiligen erkennbar gewesen. Der obere Teil des SchĂ€dels sei teilweise skelettiert, das Kinn war jedoch einwandfrei erhalten und der Rest des Körpers in gutem Zustand. „Wenn Pater Pio gestattet, wĂŒrde ich sagen, seine HĂ€nde sahen aus wie frisch manikĂŒrt.“cite-ref-98[98]

Seit dem 19. April 2010cite-ref-99[99] befinden sich die sterblichen Überreste Pater Pios in einem Reliquienschrein in der Unterkirche der neuen Wallfahrtsbasilika. Sein Gesicht wird von einer Silikonmaske verdeckt, die auch die buschigen Augenbrauen und den Bart nachbildet.cite-ref-100[100]cite-ref-101[101] Diese Maske wurde nach einer Fotografie des Leichnams von Pater Pio aus dem Jahre 1968 von dem Londoner Gems-Studio hergestellt, das gewöhnlich fĂŒr Wachsfigurenkabinette und Völkerkundemuseen tĂ€tig ist.cite-ref-102[102]

Anfang Februar des außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit 2016 wurden auf ausdrĂŒcklichen Wunsch Papst Franziskus’ die Reliquien Pater Pios zur Verehrung nach Sankt Laurentius vor den Mauern und von dort in einer Prozession in den Petersdom gebracht, wo sie bis nach Aschermittwoch des Jahres blieben.cite-ref-103[103] Papst Franziskus selbst betete am 6. Februar 2016 am Schrein des Heiligen.

Am 17. MĂ€rz 2018 unternahm Papst Franziskus eine Wallfahrt nach San Giovanni Rotondo.cite-ref-104[104]cite-ref-105[105]cite-ref-106[106] Im Oktober 2018 gab die Vatikanstadt eine 2-Euro-GedenkmĂŒnze zum GedĂ€chtnis des 50. Todestages von Pater Pio heraus.

Filme

Der Schweizer Priester Hans Buschor drehte 1968 den Dokumentarfilm Pater Pio, Vater von Millionen, eine Filmbiografie mit zahlreichen Augenzeugenberichten und historischen Filmaufnahmen aus Pios Leben, seiner letzten Messe und seiner Beerdigung. Aus dem Erlös des Films finanzierte Buschor den katholischen Fernsehsender K-TV; in seinem Studio stand eine Statue Pater Pios, die bei vielen Sendungen im Hintergrund sichtbar war.

Carlo Carlei verfilmte 2000 das Leben Pater Pios fĂŒr das Fernsehen unter dem Titel Padre Pio mit Sergio Castellitto in der Hauptrolle. 2022 lief Abel Ferraras Version Padre Pio bei den Filmfestspielen von Venedig.

Literatur

‱ Renzo Allegri: Padre Pio, Lehrer des Glaubens. Parvis, Hauteville 2002, ISBN 3-907525-61-2
‱ Gabriele Amorth: Pater Pio. Lebensgeschichte eines Heiligen. Christiana, Stein am Rhein 2003, ISBN 3-7171-1108-6
‱ Francesco Castelli: Padre Pio Under Investigation – The secret Vatican files. Ignatius Press, 2011
‱ Arni Decorte: Pater Pio aus Pietrelcina. Erinnerungen an einen bevorzugten Zeugen Christi. Parvis, Hauteville 2001, ISBN 3-907523-44-X
‱ Mario Guarino: Beato impostore, Kaos Edizioni, Mailand, 1999
‱ Mario Guarino: Santo impostore, Kaos Edizioni, Mailand, 2003, ISBN 88-7953-125-5
‱ Josef Hanauer: Der stigmatisierte Pater Pio von Pietrelcina, Bock und Herchen, Bad Honnef 1979, ISBN 3-88347-041-4
‱ Bernd Harder: Pater Pio und die Wunder des Glaubens. Pattloch, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-629-01658-8
‱ Urte Krass: Kontrollierter Gesichtsverlust. Padre Pio und die Fotografie. In: Zeitschrift fĂŒr Ideengeschichte, Heft IV/2 (2010), S. 71–96
‱ Urte Krass: Stigmata und Yellow Press. Die Wunder des Padre Pio. In: Alexander C. T. Geppert, Till Kössler (Hrsg.) Wunder. Poetik und Politik des Staunens im 20. Jahrhundert. Suhrkamp, Berlin 2011, S. 363–394, ISBN 978-3-518-29584-7
‱ Sergio Luzzatto: Padre Pio: Miracoli e politica nell'Italia del Novecento. Einaudi, 2007 (engl. Übersetzung von Frederika Randall: Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. Verlag Henry Holt, 2011)
‱ Ingrid Malzahn: Pater Pio von Pietrelcina. GrasmĂŒck, Altenstadt 2001, ISBN 3-931723-12-7
‱ Adi Wassermann: Pater Pio. Der stigmatisierte Kapuziner. Salvator Mundi, Gaming 1991, ISBN 3-85353-010-9
‱ Piera Delfino Sessa: Pater Pio von Pietrelcina. Rex-Verlag, Luzern. 1951, Übersetzung ins Deutsche von Anna Seidl. Das kirchliche Imprimatur erteilte das Bischöfliche Ordinariat Basel in Solothurn am 28. Juni 1950.

Weblinks

Commons

: Pater Pio

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Literatur von und ĂŒber Pio von Pietrelcina im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ C. SchĂŒle: Kult: In Gottes Licht Reportage ĂŒber Pater Pio. Zeit Online, 22. Dezember 2003

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Francesco Castelli, Padre Pio Under Investigation – The secret Vatican files, Ignatius Press, 2011, S. 276f.
cite-note-22. ↑ Francesco Castelli, Padre Pio Under Investigation – The secret Vatican files, Ignatius Press, 2011, S. 289ff.
cite-note-33. ↑ Lucinda Vardey, Traveling with the Saints in Italy: Contemporary Pilgrimages on Ancient Paths, Castle Quay Books Canada, 2005, S. 402
cite-note-luzzatto-19-44. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 19.
cite-note-55. ↑ Francesco Castelli, Padre Pio Under Investigation – The secret Vatican files, Ignatius Press, 2011, S. 290
cite-note-va-06-16-2002-66. ↑ Presseamt des Vatikans: Pater Pio von Pietrelcina, 16. Juni 2002, abgerufen am 23. November 2018
cite-note-71. VollstĂ€ndige Abbildung der Fotografie bei Urte Krass: Kontrollierter Gesichtsverlust. Padre Pio und die Fotografie. In: Zeitschrift fĂŒr Ideengeschichte, Heft IV/2, 2010, S. 74, die einen laut Krass „inszenierten Charakter“ der Fotografie herausarbeitet und in einen kunsthistorischen Kontext stellt.
cite-note-88. ↑ Francesco Castelli, Padre Pio Under Investigation – The secret Vatican files, Ignatius Press, 2011, S. xiii
cite-note-focus-263914-99. ↑ Florian Festl: Wunder aus der Apotheke? In: Focus Online. 4. MĂ€rz 2008, abgerufen am 14. Oktober 2018.
cite-note-1010. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age, S. 5 und 89 ff.
cite-note-1111. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 89 ff.
cite-note-faz-artikel-1212. ↑ Dirk SchĂŒmer: Der SĂ€urenheilige. Das katholische Italien bangt: Waren die blutenden Wunden des Wundermannes Padre Pio chemische Tricks? in Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 249 vom 26. Oktober 2007; Hans-JĂŒrgen Schlamp: Heiliger Headliner. In: Spiegel online vom 24. Juli 2015
cite-note-1313. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 93 f.
cite-note-1414. ↑ Radio Vatikan: Italien: Ende der Polemik um Padre Pio, 31. Oktober 2007, online unter Radio Vatikan
cite-note-1515. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 26.
cite-note-1616. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 24.
cite-note-1717. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 27.
cite-note-1818. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 32.
cite-note-1919. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 39.
cite-note-2020. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 27
cite-note-2121. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 28.
cite-note-2222. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 41.
cite-note-ceci-114-2323. ↑ Lucia Ceci: The Vatican and Mussolini's Italy, Brill, 2016, ISBN 978-90-04-32879-2, S. 114
cite-note-2424. ↑ „The Most Eminent Fathers would like to see such a transfer take place right away.“ In: Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age, S. 105. Zur Auslöschung der Erinnerung an P. Pio vgl. auch S. 129.
cite-note-2525. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 167.
cite-note-2626. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 122 ff.
cite-note-2727. ↑ Declaratio. Acta Apostolicae Sedis, 15 (1923), S. 356, zit. nach Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 121
cite-note-2828. ↑ Francesco Castelli, Padre Pio Under Investigation – The secret Vatican files, Ignatius Press, 2011, S. 292
cite-note-castelli-294-2929. ↑ Francesco Castelli, Padre Pio Under Investigation – The secret Vatican files, Ignatius Press, 2011, S. 294
cite-note-3030. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 8.
cite-note-3131. ↑ Julius MĂŒller-Meiningen: Padre Pio – Heiliger Scharlatan „Doch wĂ€hrend Italien ĂŒber Padre Pio und die SĂ€ure streitet, sind Luzzattos wirklich wichtige Thesen ganz andere: Etwa die, dass der fromme Pater um 1920 offen die im Aufwind begriffene faschistische Bewegung unterstĂŒtzte und sich damals ‚um Padre Pio herum ein klerikal-faschistisches Gemisch herausgebildet‘ habe.“ SĂŒddeutsche Zeitung, 19. Mai 2010.
cite-note-3232. ↑ Urte Krass: Kontrollierter Gesichtsverlust. Padre Pio und die Fotografie. In: Zeitschrift fĂŒr Ideengeschichte, Heft IV/2 (2010), S. 71–96 (Paraphrase zu S. 74) https://www.z-i-g.de/pdf/ZIG_2_2010_krass.pdf
cite-note-3333. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 74.
cite-note-3434. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 69.
cite-note-3535. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 68.
cite-note-luzzatto-85-3636. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 85.
cite-note-3737. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 89.
cite-note-3838. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 70.
cite-note-luzzatto-148-3939. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 148
cite-note-luzzatto-149-4040. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 149
cite-note-4141. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 194.
cite-note-luzzatto-192-4242. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 192.
cite-note-cna-4343. ↑ CNA-Pressemitteilung: Das Krankenhaus auf dem HĂŒgel: Das irdische Werk von Pater Pio, 6. September 2018, abgerufen am 5. Mai 2019
cite-note-4444. ↑ Francesco Castelli, Padre Pio Under Investigation – The secret Vatican files, Ignatius Press, 2011, S. 293
cite-note-4545. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 205 und 219.
cite-note-4646. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 219 ff.
cite-note-4747. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 221 f.
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cite-note-5050. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 225 ff.
cite-note-5151. ↑ Francesco Castelli, Padre Pio Under Investigation – The secret Vatican files, Ignatius Press, 2011, S. 293
cite-note-5252. ↑ SĂŒddeutsche Zeitung: Padre Pio exhumiert, 3. MĂ€rz 2008
cite-note-5353. ↑ Guido Schmid: Stigma/Stigmatisation. In: Metzler Lexikon Religion. Gegenwart – Alltag – Medien. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2005, Bd. 3, S. 384.
cite-note-5454. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 37 f.
cite-note-5555. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 39.
cite-note-5656. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 139.
cite-note-5757. ↑ Francesco Castelli, Padre Pio Under Investigation – The secret Vatican files, Ignatius Press, 2011 S. 20, S. 44, 49ff.
cite-note-5858. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 59.
cite-note-5959. ↑ „The case is one of suggestion unconsciously planted by Father Benedetto in the weak mind of Padre Pio, producing those characteristic manifestations of psittacism that are intrinsic to the hysteric mind.“ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 59.
cite-note-6060. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 140.
cite-note-6161. ↑ „Anyone with experience in forensic medicine, and above all in variety of sores and wounds that self-destructive soldiers presented during the war, can have no doubt that these were wounds of erosion caused by the use of a caustic substance. The base of the sore and its shape are in every way similar to the sores observed in soldiers who procured them with chemical means.“ In: Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 140.
cite-note-6262. ↑ (Auslassung von Luzzatto) Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 141.
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cite-note-7676. ↑ Sergio Luzzatto (2011): Padre Pio: Miracles and Politics in a Secular Age. S. 271: „The reason for my spiritual tranquility, and it is a priceless privilige and grace, is that I feel personally pure of this contamination that for fourty years has corroded hundreds of thousands of souls made foolish and deranged to an unheard-of degree.“
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cite-note-9797. ↑ „Was die Wunder anbelangt, wenn es denn welche sind: wir mĂŒssen sehen. Wenn einer lahm war und nun umhergeht, wenn er blind war und wieder sieht, nun gut, dann bleibt wenig zu sagen. Wir mĂŒssen aber darauf bedacht sein, dass es sich nicht um Erfindungen, Übertreibungen et cetera handelt. Ich fĂŒrchte, es besteht die Möglichkeit, dass es hier einen GefĂŒhlsniederschlag gegeben hat“. In: Orazio La Rocca: Maggiolini: I mercanti sono tornati nel tempio. In: La Repubblica vom 15. Juni 2002 (abgerufen am 23. September 2018);
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